Klimabedingte Migration

5.1 Klimamemory

Zeit 45 Minuten
Ziel Verbindung von Klimawandel und Migration ist bekannt
Inhalt Vorher nutzbare Flächen werden durch den Klimawandel verändert und nicht mehr nutzbar
Methode Klimamemory (Rollenspiel)
Material Karten mit unterschiedlichen Flächen; Rollenbeschreibungen; Klimaereignisse

Wenn die Ursachen des Klimawandels klar sind, soll mit dieser Methode auf die Folgen und Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt und die Menschen eingegangen werden.

Vorbereitung:

Es werden die Spielfeldkarten im Raum verteilt, wobei die Seite 1 jeweils oben sein muss. Dabei darauf achten, dass mindestens so viele nutzbare Flächen wie Teilnehmende vorhanden sind. Pazifik, Grönland und Eisflächen sollten auch mit ausgelegt werden, sind anfangs aber nicht nutzbar.

Die Bilder/ Orte 1-1 + 1-2; 2-1 + 2-2; 3-1 + 3-2; usw. gehören zusammen und sind wechselseitig laminiert. Von manchen Orten gibt es nur ein Bild, von anderen 3, von den meisten gibt es 2.

Folgende Bilder/ Orte gibt es - die Bilder befinden sich hinter den Links:

1-1 + 1-2 2-1 + 2-2 3-1 + 3-2 4-1 + 4-2 5-1 + 5-2 6-1 + 6-2 7-1 + 7-2 8-1 + 8-2 9-1 + 9-2 10-1 + 10-2
11-1 + 11-2 12-1 + 12-2 13-1 + 13-2  14-1 + 14-2 + 14-3 15-1 + 15-2 16-1 + 16-2 17-1 + 17-2 + 17-3 18-1 19-119-2 20-1 + 20-2
21-1 22-1 + 22-2 23-1 24-1 25-1 26-1 27-1 28-1 29-1 30-1
31-1  Pazifik                

 

Alle Mitspieler*innen ziehen eine der folgenden Rollen und suchen das dazugehörige Feld:

-          EinwohnerIn von Cottbus

-          Jugendlicher in Burkina Faso

-          Massai in Tansania

-          BewohnerIn von Geisa/ Thüringen

-          Reisbauer in Thailand

-          Bäuerin in Eritrea

-          InselbewohnerIn von Kiribati

-          Hausmeister in Kinshasa

-          Bauer/Bäuerin in Norddeutschland

-          TagelöhnerIn in Neu-Delhi

-          Inuit in Alaska

-          SchülerIn in Thüringen

-          BewohnerIn des Tawara-Atolls

-          FarmerIn im Westen der USA

-          Tagelöhnerin in Ägypten

-          Nomadin in Tansania

-          Bauer in Niedersachsen

-          FischerIn in Bangladesch

-          Tierwirtin in Mecklenburg

-          LandwirtIn in Bayern

-          FarmerIn im Sudan

-          MilpabäuerIn in Mexiko

-          SchweinezüchterIn in Sachsen-Anhalt

-          Maisbauer in Mexiko

-          SchäferIn an der friesischen Küste

-          MaschinenführerIn

-          AlmbäuerIn im Ennstal

Eine ausführliche Beschreibung der Rollen mit Hinweisen auf Lebensumstände und Schwierigkeiten gibt es hier: Rollenbeschreibung

Aufgabe:

„Ihr müsst den Lebensunterhalt für euch und eure Familie sichern.

Sollten Ereignisse eintreten, die das in eurem jetzigen Lebensumfeld nicht mehr möglich machen, seid ihr gezwungen euch ein (vielleicht schon bewohntes) Feld zu suchen, wo eine Sicherung des Lebensunterhaltes möglich ist.“

Es werden nun Klimaereignisse verlesen und die Mitspieler*innen müssen entscheiden, ob diese möglicherweise Auswirkungen auf sie und ihre Lebensumwelt haben. Hat es Auswirkungen, müssen sie ihr Blatt herumdrehen und die neuen Lebensbedingungen wieder auf ihre Überlebensfähigkeit überprüfen und sich gegebenenfalls auf den Weg machen…

Je nach Zahl der Teilnehmenden / ausgelegten Karten sind die Ereignisse folgende:

Über 1.400 Familien nach Unwettern evakuiert

Rahula Amin lebt unter ärmlichen Verhältnissen mit seiner neunköpfigen Familie in Dhania, einem kleinen Dorf im Süden Bangladeschs. Unwetter, Fluten und Landabtragungen zwangen sie bereits siebenmal zum Umziehen. Jetzt stehen sie erneut an der Flutkante und überlegen in eine der dem Wasser ferne Großstädte im Norden des Landes zu gehen.

Latina press– 3. Nov. 2014

 Inseln werden unbewohnbar

Die größte Bedrohung Kiribatis ist der Klimawandel. Nicht nur weil die Stürme heftiger werden und Trocken- und Regenperioden durcheinandergeraten sind, sondern, weil der Meeresspiegel steigt, jedes Jahr, unaufhaltsam. Und selbst wenn der Untergang von Kiribati noch abgewendet werden kann: Das Salzwasser könnte die Insel unbewohnbar machen. Noch leben hier mehr als 100.000 Menschen. Wo sollen sie hin?

Zeit – online, 26.Nov.2013

 „Historisches Inferno“ und Sturzfluten in den USA

Schwere Wald- und Buschbrände sowie eine Sturzflut haben im Westen der USA Hunderte Häuser zerstört und mehrere Menschen getötet.

Mindestens 23.000 Einwohner mussten in der dürregeplagten Region vor den Flammen fliehen. Nach Angaben der Feuerwehr kam ein Mensch ums Leben, mehrere werden noch vermisst. In Utah starben acht Menschen bei einer Sturzflut, fünf werden noch vermisst.

Krone.at 15.Sept. 2015

 

Bodenversalzung im Issan / Thailand

In den Gebieten wo früher weicher Waldboden das Regenwasser speicherte, ist der Boden so hart, dass das Regenwasser während der Monsunzeit schlecht einsickern kann. Deshalb kommt es zu großen Überschwemmungen, das meiste Wasser fließt in die Meere und ist verloren. Weil deshalb das Grundwasser für die Bewässerung der Felder abgepumpt wird, steigt das salzhaltige Tiefenwasser nach oben und die Böden werden unfruchtbar.

 

Klimaschädliche Braunkohlekraftwerke werden abgeschaltet

Die Energiewende und der Klimawandel erfordern auch die Reduktion des Verbrauchs besonders klimaschädlicher Braunkohle. Deshalb wird eine Co2-Abgabe in Deutschland eingeführt, wodurch Arbeitsplätze z.B. in Braunkohlekraftwerken verloren gehen. Dafür werden Windparks errichtet, die wiederum Arbeitsplätze schaffen.

 

Das Ende des Frostes

In Alaska lässt die Erderwärmung den Permafrostboden auftauen. Dort, wo Siedlungen auf Sand gebaut wurden, bröseln mit dem Auftauen die Fundamente. Früher schützte Packeis die Küste vor Stürmen, heute treffen hohe Wellen häufiger auf die tauenden Strände und die Erosion frisst die Küste meterweise fort.

 Klimawandel befördert den Hunger

Eine Studie zeigt, dass der Klimawandel die Ernährungssicherheit der Menschen besonders in Risikogebieten deutlich verschlechtern kann. Ein Beispiel sind die längerfristig ausbleibenden Niederschläge in Mexiko, welche den traditionellen Maisanbau gefährden.

FR-online - ‎12.08.2013‎

 

Traditionelles Leben wird unmöglich

Das traditionelle Leben der Massai wird durch den Klimawandel gefährdet. Durch zunehmende Trockenheit reichen Viehzucht, Gartenbau und Feldwirtschaft oftmals nicht aus um die Familien zu ernähren. Vor allem die jungen Menschen verlassen die Dörfer.

Jeden Tag geht in der Sahelzone fruchtbarer Boden verloren.

Die trockene Region südlich der Sahara im Sudan bekommt den Klimawandel deutlich zu spüren. Die Folgen: Dürre und Wüstenbildung, die die Ernte verdorren lassen. Aber auch Überschwemmungen, weil das Regenwasser auf dem verkarsteten Boden nicht mehr abfließen kann.

tagesschau.de - 21. Febr. 2010

 

In Antarktis und Arktis schmelzen riesige Eismassen.

Forscher haben diesen Prozess nun am Computer durchgespielt. Der Zusammenbruch des Eisschildes in der Westantarktis ist neuen Studien zufolge wohl nicht mehr zu stoppen. Der Thwaites-Gletscher könnte aufgrund der Klimaerwärmung schon in 200 Jahren, spätestens aber in gut 1.000 Jahren verschwunden sein.

Ebenso bedroht sind die Eismassen am Nordpol, dafür könnte Grönland in 50 – 100 Jahren vielleicht eisfrei sein.

FR– online - 13. Mai 2014

 

Der Klimawandel bedroht besonders 52 kleine Inselstaaten

Sie seien unter anderem durch den Meeresspiegelanstieg stärker gefährdet als viele andere Regionen. Gründe seien die relativ kleinen Landflächen und die hohen Bevölkerungsdichten. Der Meeresspiegel sei von 1993 bis 2009 im weltweiten Durchschnitt um rund drei Millimeter pro Jahr gestiegen. Im tropischen Westpazifik, wo besonders viele Inselstaaten liegen, seien es jedoch zwölf Millimeter pro Jahr gewesen.

SH:Z - 6. Juni. 2014

 

40 Millionen Unschuldige

Nomaden berichten, wie der Regen seine traditionelle Regelmäßigkeit einbüßt und zugleich die Temperaturen ansteigen. Im Ergebnis werden Futter und Wasser knapp, bis große Teile der Herden verenden.

 

Weltbank bangt um Ägypten

Der Klimawandel, warnt die Weltbank, könnte für Ägypten katastrophale Folgen haben. Weil der Pegel des Mittelmeeres steigt, sind große Teile des fruchtbaren Nildeltas bedroht. Langfristig könnten auch die Sandstrände verschwinden, die Jahr für Jahr Zigtausende Touristen ins Land locken.

Spiegel online 2. Sept. 2007

 

Der Berg rutscht

Immer wieder zerstören Erdrutsche Häuser und Straßen in den Alpen. Und die Gefahr von Muren und stürzenden Hängen wächst. Schnee- und Gletscherschmelze sowie starke Regenfälle weichen die Hänge auf, die Bergflanken verlieren ihre Stabilität und geraten ins Rutschen

Süddeutsche.de 3. Mai 2011

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